2001 Hattrick, Barossa Valley - Bis zum Hattrick hatte ich mit Australiern nix am Hut!

Mit australischen Weinen habe ich eigentlich nicht soviel am Hut. Ich habe zwar schon öfter welche getrunken, aber dies eigentlich ohne das Thema wirklich zu vertiefen. Es waren dann meistens marmeladige Fruchtbomben, oft aus dem bekannten Weingut mit P: Immer verlässlich was die Fruchtigkeit angeht, aber dafür leider auch irgendwie einseitig.
Nun habe ich eine Flasche in den Händen die etwas anders zu sein scheint. Anders, mutmaße ich, weil es der erste vermeintlich höherwertige Australier ist den ich probiere. Die 2001 Hattrick Cuvée aus dem Hause ADW (Australian Domaine Wines) stammt aus dem Mc Laren Vale
Mit seinen 14,5% hat es der Wein auch nicht schwer von Anfang an eine gewisse fruchtige Süße auf den Gaumen zu zaubern (Jaja, Wodka schmeckt auch süß auf der Zungenspitze).Die Nase ist schön duftig. Auch am Gaumen sind Aromen von Kirschen und Heidelbeeren zu erkennen die sich mit den nach 7 Jahren gut eingebundenen Tanninen schön vertragen. Irgendwie strahlt dieser Wein eine gewisse Aristokratie aus die an Pauillac erinnert: Cassis-Nase, feine Tannine, eine Prise Leder. Der Nachhall ist dann schön lang mit leicht bitteren Ledernoten.
Einen Tag später schmeckt der Wein dann noch runder und weicher, so dass man ihn fast als hedonistisches Genusserlebnis bezeichnen kann.
Alleine ein wenig mehr Komplexität oder Tiefgründigkeit lässt der Wein vermissen, aber im Großen und Ganzen bin ich mit den 91 Punkten die Parker vergeben hat einverstanden.
PS: habe grade auf der ADW Site festgestellt, dass ich mit den 14,5% im 2001er noch Glück hatte, der 2004er weist fette 16,6% auf - ob das wirklich noch ein balancierter Wein ist, wie’s auf der Site behauptet wird?
alexis2 - Sun, 17.02.2008

Kleiner Hinweis
mit der Weinbeschreibung bin ich sehr einverstanden. Eine kleine Ungenauigkeit verbirgt sich aber in Deinem Text:McLaren Vale ist mitnichten dem Barossa Valley zuzurechnen, sondern reucht von Sueden her an die SA-Hauptstadt Adelaide heran. Zwischen beide Gebieten liegen etwa 100 km Entfernung und das Anbaugebiet Adelaide Hills. Letzte Woche habe ich die Gegend bereist, das eine oder andere Weingut besucht und die Weine probiert. Fazit: fuer mich auf keinen Fall ein Ersatz fur Bordeaux. In zwei Wochen wird die Australienreise zu Ende sein und ich freue mich schon auf einen feinen Bordeaux, etwa einen l'Evangile 1997.
Bis dahin schoene Gruesse aus Downunder.
don manfredo
Alex