Rheinhessen

2006 Pettenthal GG, Weingut Kühling Gillot, Rheinhessen

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Immer wieder bin ich fasziniert ob der geschmacklichen und stilistischen vielseitigkeit des Rieslings, diesmal erfahren am 2006er Pettenthal GG von Kühling Gillot den ich seit über einem Jahr nicht mehr im Glas hatte. Als einen maskulinen Riesling mit herben und würzigen Aromen nebst der Frucht hatte ich ihn im Gedächtnis. Diese maskuline Art drückte sich auch diesmal von Anfang an auf. Nur spürte man auch eine deutliche Bitterkeit am Gaumen die das Bild störte. Doch nach einer Weile an der frischen Luft explodierte der Wein förmlich. Die zuerst einfache Nase von Gelben Früchten wurde vielschichtig, roch auch nach Honigmelone und Kräutern. Auch am Gaumen, wo zuerst vor allem die seidige, fast ölige Textur für Freude sorgte entwickelte sich ein Komplett anderes Bild. Die Bitterkeit verschwand und immer mehr Details wurden spürbar. Eine knisternde, fast salzig wirkende Mineralik ebnete den Weg in ein lang anhaltendes Finale. Auf einmal wirkte dieser Rheinhesse wie ein Burgunder oder ein Rhône Wein: rund und elegant aber kraftvoll. Zugegeben, die Zündung hat erst ein cremiges risotto mit geräuchertem Pangasius ermöglicht, aber was dann geschah war nur noch purer Genuß. 92-94 Punkte.

VDP Jahrgangspräsentation der Regionen Ahr, Nahe und Rheinhessen (Rheingoldhalle Mainz)

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Immer wieder gibt es vom VDP diese tollen Jahrgangspräsentationen. Immer wieder ist es schön die Weine von vielen Weingüter direkt vergleichen zu können und mit den Machern ins Gespräch zu kommen. Bei dieser vielversprechenden Präsentation ging es um die 3 Regionen Ahr, Nahe und Rheinhessen und es gab viele gute Weine. Hier nun ein paar von meinen Eindrücken. Abseits meiner Notizen gab es aber natürlich auch noch viele leckeren Weine.

Ahr: Die Ahr ist natürlich Rotwein-Territorium und für manche sogar das deutsche Rotweingebiet überhaupt; zumindest wurden einige Winzer von der Presse schon als Stars des deutschen Rotweins ausgerufen. Vielleicht zu recht. Auf den Etiketten prangen vor allem Frühburgunder und Spätburgunder, jedoch gibt es auch vereinzelt Weisse und auch „Blancs de Noirs“. Diese sind aber auf jeden Fall nicht mein Ding. Dafür haben wir in Deutschland viel zu gute „Blanc de Blancs“… Bei den „Noirs de Noirs“ ist das wiederum eine andere Geschichte. Vom Weingut Nelles gefiel mir der 2007 Pinot Madeleine Frühburgunder ausgesprochen gut: Er verbindet moderne Kirschfrucht mit traditioneller Burgundischer Finesse, wirkt ausgewogen und ist dennoch intensiv. Das Grosse Gewächs 2006 Landskrone B48 Spätburgunder trocken hat es mir ebenfalls angetan: Ideal eingebautes Barrique-Fass ermöglichen Finesse und Leichtigkeit in Verbindung mit ausreichend saftigen Fruchtnoten. Ein stilistischer Kontrast dagegen ist das Grosse Gewächs 2006 Recher Herrenberg vom Weingut Jean Stodden. Nicht minder gut, aber in einer viel klassischeren „deutschen“ Spätburgunder-Stilistik: Leicht erdiger Charakter, dennoch mit Finesse und auf jeden Fall international konkurrenzfähig.

Nahe: Die Nahe hatte an diesem Tag wohl insgesamt die Nase vorne wenn es um trockene Rieslinge geht. Die Grossen Gewächse haben natürlich fast überall gefehlt, aber die anderen Qualitäten sagen ja fast noch mehr über die Güte des Jahrgangs bzw des Betriebs aus. Doch zunächst durften wir beim Weingut Dr. Crusius den wohl gelungensten Weissburgunder des Tages kosten. Der 2008 Traiser Weissburgunder „EC“ ist ein verführerischer Wein mit intensivem und cremigem Gaumen der dennoch nicht zu wuchtig wirkt. Auch die Rieslinge des Weinguts überzeugen, vor allem mit ihrer ausdrucksstarken Mineralität: 2008 „Top oft he Rock“ Riesling trocken ist eine Mineralitäts-Bombe, lässt aber auch die gewisse Frucht nicht vermissen.
Beim Schloßgut Diel hat es mir der 2008er „Eierfels“ Riesling angetan: Frisch, Mineralisch und glockenklar in der Stilistik. Ein puristischer Wein mit viel Intensität.
Bei Dönnhoff überzeugt der 2008 Schloßböckelheimer Felsenberg Riesling trocken: Eine dramatische Mineralik die fast ins salzige zu gehen scheint und eine zwar kräftige aber ungemein elegante Säure zeichnen diesen Wein aus. Leichtigkeit und gleichzeitig aromatische Intensität zeichnen aber im Grunde fast alle Dönnhoff Weine aus.
Emrich Schönleber präsentierte einen 2008 Lenz Riesling mit 15g RS: Ein schöner animierender Wein den ich mir ob seiner nicht ganz trockenen Art sehr gut zu asiatischen Gerichte vorstellen kann, oder auch als Startwein zu einem gelungenen Abendessen. 2008 Halenberg und Frühlingsplätzchen trocken zeigen sich auch sehr vielversprechend.
Schäfer-Fröhlich präsentierte ebenfalls rundum schöne Weine, die auch allesamt noch voll in der Entwicklung sind. 2008 Schloßböckelheimer Felsenberg und Bockenheimer Felseneck sind 2 sehr vielversprechende Weine. Beide haben Würze, viel Extrakt, eine schöne Säure und eine tolle Länge. Der Felseneck hat momentan eine leichte Sponti-Nase, aber sowas kann sich in der Entwicklung von Woche zu Woche ändern (und muss sowieso nicht stören).
Zu guter letzt darf auch das Weingut Tesch mit seinen bunten Flaschen nicht unerwähnt bleiben. Eine sehr schöne Kollektion mit einer klaren Linie und makellos vinifizierten Weinen. Der 2008er Unplugged Riesling trocken ist ein animierender mineralischer (trockener) Einstiegswein wie er im Buche steht. Besonders schön gefiel uns aber der 2008 Karthäuser Riesling trocken, mit viel Extrakt und Würze der dennoch sehr ausgeglichen und frisch wirkt.

Nach der Nahe nun Rheinhessen: Die Doppel-Weingüter Kühling-Gillot und Battenfeld-Spanier wussten mal wieder zu überzeugen. Sie profitieren unter anderem vom tollen Terroir des Roten Hangs, das der franz Weinjournalist Michel Bettane bei einem Besuch des Weinguts als „Dieu-Donné“ bezeichnet hat. Der 2008 Qvinterra Riesling trocken von K-G verinnerlicht schon diese Lagen und ist dabei ein frischer, schlanker und mineralischer Wein. Der 2008 Nierstein Riesling trocken schaltet gleich drei Gänge höher mit einer intensiven, fast Petrol-artigen Sponti und Schiefer-Nase, einem extraktreichen Gaumen und intensiven Nachhall.
Der überaus sympathische „Jean-Baptiste“ Kabinett des Weingut Gunderloch mit 25g RS kommt dieser Jahr ganz anders daher, mit einer wild anmutenden Nase die wohl durch einen erhöhten Spontanvergärungsanteil entstanden ist. Diese wird sich wohl etwas legen und bestimmt einen interessanten süffigen Einstiegsriesling hervorbringen.
Zum krönenden Abschluss des Tages gab es dann noch ein paar Schlückchen Riesling und Pinot vom Weingut Keller aus Flörsheim-Dalsheim zu kosten. Über die außergewöhnliche Güte der Weine sind sich alle Kritiker einig, deswegen werde ich dem jetzt auch nichts hinzufügen. Außerdem war unsere Wahrnehmung nach all den leckeren Tropfen mit Sicherheit erheblich beeinträchtigt.

2007 Riesling vom Kalkstein, Stefan Winter Rheinhessen

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Sehr duftige Nase nach Pfirsich-Maracuja Joghurt . Am Gaumen ein runder Wein mit saftiger Frucht (wieder Pfirsich-Maracuja) und einer prächtig balancierenden Säure. In der Stilistik durch die üppige Frucht fast feinherb anmutend. Aber auf jeden Fall ein schöner Trinkwein für jeden Tag, vor allem aber wenn die Sonne scheint und sich die gesellige Runde zum Grillen trifft. 84-85
Sehr empfehlenswert vom Weingut Winter sind übrigens auch die Rieslinge aus der Literflasche die bei sehr großen geselligen Runden perfekt eingesetzt werden können.

2007 Westhofener Riesling S, Weingut Wittmann, Rheinhessen

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Fast golden leuchtende Farbe. Intensive Nase nach Steinobst und Pfirsich aber auch mit Honig und leichter Kardammon- und Kräuter- Würze. Noch deutlich adstringierend am Gaumen, ansonsten mit sehr druckvoller Aromatik, wieder Pfirsich und Steinobst. Mutet zuweilen fast etwas overpowered an. Gut eingebunden Säure. Sehr gute Länge. Fühlt sich insgesamt eher zweidimensional als eindimensional an, aber nicht dreidimensional ;=). Braucht wohl noch 1 Jahr um ganz da zu sein. (Website Weingut Wittmann)

2006 Pettenthal Grosses Gewächs, Weingut Kühling-Gillot, Rheinhessen

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Im Glas eine Schöne dunkle Farbe. In der Nase sehr intensiv mit Kräuter und Tabaknoten die sich mit Pfirsich melieren. Am Gaumen druckvoll und dabei ebenfalls schön die Balance zwischen herben Kräuter- und Tabakaromen sowie saftiger Pfirsichfrucht haltend. Dazu eine gut dosierte Säure, die das Zusammenspiel aller Aromen belebt, und zu guter Letzt auch ein Nachhall, der durch eine unglaubliche Länge besticht.

Dieses Große Gewächs des aufstrebenden Weinguts Kühling-Gillot hat mich bei der VDP GG Tour schon sehr beeindruckt, und das hat sich jetzt bei der zweiten Probe auch so bestätigt. Ein toller Wein, mit einer etwas fordernden herben Stilistik. Die kräuterige Aromatik bezieht der Wein dabei von den roten Ton-und Sandsteinen des Roten Hangs, ein aufstrebender Weinberg mit hervorragenden Lagen (Ein tolles Erlebnis ist die Weinpräsentation im Hang - 7. und 8. Juni 2008). Die druckvolle Art erinnert etwas an Leitz‘ Berg Rottland.

Der Wein ist zwar noch sehr jung, macht aber auf jeden Fall schon jetzt viel Spaß. Wegen seiner etwas fordernden Art ist er wohl am besten Solo zu genießen denn als Essensbegleitung. Mir fiele jetzt auch kein passendes Essen ein.

94-96 Punkte

"Roter Hang", a very special wine tasting

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Imagine a vineyard on a rather steep hill which starts above a little wine-town, and then in a generous curve embraces the Rhine.
Imagine a multitude of tiny paths finding their ways up and down and crossing themselves through this generous arch of slopes.
Imagine this vineyard bearing the noble Riesling grape and to be very special in its soil type and rather ideal in its sun exposition. And finally imagine that each year the 28 winemakers which share this vineyard make a presentation on 7 stands dispersed on the hill, where you could taste some 70 wines from the soils you're standing on.
Welcome to the "Roter Hang", the Red Hillside, which becomes a winelovers paradise for one weekend.
The Roter Hang is located in Rheinhessen, Germany's largest wine region and represents on of the most prestigious vineyards of the region. Actually, Rheinhessen was for a long time known for average wines and only in the last few years it started to show its real potential, lead by some star wine estates such as Gunderloch or Keller.

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My brother and I couldn't leave this opportunity out and rushed to Nierstein, which is a very traditionnal small vintners village packed with lots of ambitious winemakers. We parked our car and walked up the hill to the so called "Riesling lounge" on the Western edge of the Red Hill, which somewhat represents the base camp to the wine presentation. There, at the first pavillon, you could buy your wine glass which you than carry along to the 6 other pavillons and bring home as a souvenir at the end of the day. Each pavillon stands for one to three single-"Lagen" within the Roter Hang and offers 10 wines in a mixed selection from different estates. In order to be able to taste more of all these delicious wines it was very convenient that one could chose to either have a small 0,1 or even smaller 0,05l glass.
We started at the "base-camp" then by tasting the "Orbel", "Glöck" and "Heiligenbaum" wines and noted down some adjectives such as "earthy","caramell" and "filgrane" and tingled on to the next pavillon which was a hundred meters of walk through the vineyards away. There we poured the next glasses of Riesling from two sites promising very "mineral" and "racy" Rieslings according to the small booklet - we weren't disappointed. We started to feel the Riesling flowing within our bodies by now and the burning sun, the 30 degrees air temperature helped us to realize how well exposed this site is and how happy these fellow Riesling plants must be (we hence started a conversation with the plants =)). But we are fighters and the shiny sun shouldn't be a barrier to taste more of these delightful beverages. Not even for trying one or two sweet wines. I especially remember a sweet Auslese from Gunderloch, one of the most prestigious winemakers of the event (this was Pavillon 4 and the Rothenberg site..I think..*hicks*), - it had an exotic smell of mangoes and pineapple and was wonderfully balanced, with enough acidity to face 115g/l of residual sugar (and what a bargain at 1,50€ for a glass!).
Another outstanding estate at this tasting was Heyl zu Herrnsheim, which had wines offered at several stands (2004 Spätlese -Baron Heyl was remarkable). But what was striking was that of all the wines we tried, none was disappointing. And we tried plenty. (Ok, only 17 of the 70 offered, but one shouldn't abuse ;=)) They all had a unique touch coming from that red slate soil which you can see surfacing at several points on the trail. Oh, and that's obviously the reason the vineyard is called "Red Hillside", which I should rather have written at the start of the article, but since you're all smart guys, I believe you guessed that already.
So this was really a nice experience and if you're there next year in the beginning of june I'd strongly recommend you to have a look at it. (see the official website of the Roter Hang)

...on the pictures below: the red slate, the church of Nierstein emerging in the vineyard, a glass of golden Auslese, and "look how developed these grapes already are!"...

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Verkostungsnotiz Weingut Keller 2004 Riesling Trocken -2-

Ein junger spritziger Riesling mit einer ausgeprägten mineralischen Note. Schöne helle Farbe. Nach längerem Riechen erkennt man leichte Blüten und Honigdüfte. Der Wein ist sehr Säurebetont (was seine Spritzigkeit ausmacht) und eignet sich deshalb eher als alltäglicher sommerlicher Weisswein.
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Erneute Verkostung im Juni 2007:

Der Wein ist reifer geworden. In der Nase deutliche Karamelltöne gemischt mit sortentypischer Aprikose. Der Säuregehalt ist leicht zurückgegangen. Dadurch hat der Wein etwas mehr Balance. Die Mineralik ist jedoch etwas in den Hintegrund geraten, bzw mehr in den Wein inkorporiert worden. Er hat schön zu einem Tilapiafischfilet in Orangensauce gepasst.
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The Club!

This is not a real Club! Rather a virtual club permitting to share wine impressions with a wider public. Further, I’ll post on restaurants and anything well-tasting. Comments and discussions are most welcome!

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Kuenstler
Gunter Kuenstler is clearly the top winemaker in Hochheim....
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